Diagnostik und Behandlung am Krankenbett - Sprachtherapie auf der Stroke Unit und im Akutkrankenhaus

Datum Start
10.07.2021
Datum Ende
10.07.2021
Zeiten:
Sa. 09:00 - 16:30
Fortbildungspunkte
8
Unterrichtseinheiten
8
Fachbereich:
Neurologie
Kategorie:
Spezielle Störungsbilder
Kursnummer
EK2-2107
Gebühr
190 €

Kombipreis für beide Seminare von Fr. Eibl 350€

p>Die Beschäftigung von SprachtherapeutInnen in Akutkrankenhäusern nimmt zu. Auch kleinere städtischen Kliniken haben zertifizierte Stroke Units oder Schlaganfallstationen. Aber die Sprachtherapeut*in wird nicht nur zu den neurologischen Patienten gerufen, wenn sie einmal im Haus ist, sondern auch auf die gastroenterologische, chirurgische oder onkologische Station. Dabei geht es meistens um die Abklärung von Schluckstörungen, die eine schnelle Entscheidung über Oralisierung oder weitere Diagnostik erfordern.Die Arbeit mit Patienten im Akutkrankenhaus und auf der Stroke Unit erfordert Flexibilität, Improvisationstalent, schnelle Entscheidungsfähigkeit und großes Einfühlungsvermögen. Die Patienten werden direkt am Krankenbett untersucht und behandelt, sie sind oft nur kurz belastbar oder die Behandlung wird durch Untersuchungen unterbrochen. Dabei steht die Erkennung von Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen im Vordergrund. Aufgrund der Fluktuation der Symptome in den ersten Stunden und Tagen nach Schlaganfall muss die Sprachtherapeut*in jeden Tag neu evaluieren. Häufig überlagern neuropsychologische Begleitstörungen sowie die motorischen und sensiblen Einschränkungen die reibungslose sprachtherapeutische Diagnostik und Behandlung.

Im Seminar geht es um die Arbeitsweise im Akutkrankenhaus mit Stroke Unit: Was sind typische Anzeichen für eine akute Aphasie, Dysarthrie oder Dysphagie? Handelt es sich um eine Sprach- oder eine Sprechstörung? Welche Begleitsymptome begegnen mir bei akuten neurologischen Patienten? Welche Screening-Möglichkeiten helfen bei der Diagnostik, wenn noch keine standardisierte Testung durchführbar ist? Welche Behandlungsmöglichkeiten sind sinnvoll in den ersten Tagen nach Schlaganfall? Wie treffe ich Entscheidungen über Oralisierung oder Non-Oralisierung?

Neben einem theoretischen Block über für die Sprachtherapeut*in relevantes medizinisches Wissen, werden Screenings, Aufnahmebefunde, Abläufe und Entscheidungspfade vorgestellt, die die zügige Abklärung von neurologischen und nicht-neurologischen Störungen umfassen und unterstützen.

Die TeilnehmerInnen sollen in die Lage versetzt werden, ohne Scheu an akut erkrankte Patienten heranzugehen, ihre sprachtherapeutische Expertise einsetzen zu lernen, auch um den Patienten in nur kurzer Zeit die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.

Eibl, Katrin

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Katrin Eibl

Studium der Linguistik, Sprecherziehung und Sprachtherapie in Göttingen und Reading. Postgraduierung als Klinische Linguistin (BKL). Seit über 20 Jahren Behandlung von neurologischen Störungsbildern im Akuthaus, Rehabilitation, Geriatrie und Ambulanz. Derzeit im Akuthaus tätig mit den Schwerpunkten: Diagnostik und Therapie von Patienten mit Schlaganfall und neurologischen Erkrankungen, instrumentelle Diagnostik (FEES) von Dysphagien, Behandlung von invasiv- und nicht-invasiv beatmeten Patienten.