LRS- Therapie in der Grauzone der Logopädie?

Datum Start
26.09.2021
Datum Ende
26.09.2021
Zeiten:
So. 09:30 - 18:00
Fortbildungspunkte
6
Unterrichtseinheiten
9
Fachbereich:
Kindersprache / Entwicklungsstörungen
Kategorie:
Wahrnehmungs- und Lernstörungen
Kursnummer
DM2-2109
Gebühr
210 €
Nach wie vor ist die Therapie der LRS in den Heilmittelrichtlinien nicht explizit aufgeführt. Sie sit dort in den einzelnen zugrunde liegenden Störungsbildern zu finden. Dürfen wir Logopäden therapieren? Wir müssen es.

Von LRS betroffen sind hauptsächlich Kinder und später Erwachsene, die eine frühe Sprachverarbeitungsstörung aufweisen. Fähigkeiten, die normalerweise bereits Säuglingen in die Wiege gelegt sind, sind im Schulalter und ohne Therapie sogar im Erwachsenenalter noch nicht ausgebildet.Basale Störungen der prosodischen Wahrnehmung kombiniert mit Störungen der phonologischen Bewusstheit verursachen ein komplexes sprachliches Defizit, das opftmals aufgrund der reduzierten Sprachverwendung in der Alltagssprache kaum auffällt, aber im Schriftspracherwerb gravierende Störungen zur Folge hat.

Die Symptomatik reicht von prosodischen Störungen über die Störung der zentral-auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung und hier speziell der eingeschränkten phonologischen Bewusstheit die wiederum phonologische Störungen, einegschränkten Wortschatz, Wortfindungsstörungen, Auffälligkeiten in der Grammatik und Einschränkungen im Sprachverstehen bzw. später im Lesesinnverstehen verursachen.

Im Seminar lernen die Teilnehmer*innen das klientenzentrierte logopädische Vorgehen in der LRS-Therapie. Es wird ein selbst entwickeltes Therapiemodell vorgestellt, das alle Vorläuferfertigkeiten berücksichtigt und das durch seine hierarchische Gliederung den jeweiligen Entwicklungsstufen und den jeweiligen Interessen des Kindes angepasst werden kann.

Eine zentrale Rolle spielt der Start in die logopädische Therapie, der Ermutigung und Motivation schaffen muss, um Therapieerfolge zu ermöglichen.

Dietenmeier, Michaela

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Michaela Dietenmeier

ist Logopädin und arbeitete in der Frühförderstelle Friedberg/Hessen. 1993-1999 in Ravensburg selbstständig, danach Lehrlogopädin in München. Eigene Praxis in Lindau am Bodensee. Ab 1996 absolvierte sie eine berufsbegleitende Ausbildung zur systemischen Therapeutin. Mehrere Veröffentlichungen.