Online-Seminar - Diagnostik und Therapie beeinträchtigter Exekutivfunktionen bei Aphasie

Datum Start
15.09.2027
Datum Ende
17.09.2027
Zeiten:
Mi. 08:30 - 13:00
Do. 08:30 - 13:00
Fr. 08:30 - 13:00
Mindest-Teilnehmerzahl
12
Fortbildungspunkte
16
Unterrichtseinheiten
16.0
Fachbereich:
Neurologie
Kategorie:
Aphasie/Demenz/Sprechapraxie
Kursnummer
SL-2709-O
Gebühr
365.00 €
Freie Plätze
verfügbar
Art
ONLINE

NEU!

Eine Aphasie bedeutet für die Betroffenen und deren Angehörige meist einen gravierenden Einschnitt. Angehörige berichten zum Beispiel, dass Gespräche mit Betroffenen weniger inspirierend und angenehm sind, im Vergleich zur Zeit vor dem Schlaganfall (Blom Johansson et al., 2012). Ein Hauptziel der Aphasietherapie besteht in der Regel darin, die Alltagsgespräche von Menschen mit Aphasie zu verbessern (Helm-Estabrooks; Worrall et al., 2011; 2002; King et al., 2013). Für Alltagsgespräche sind neben sprachsystematischen Leistungen auch andere nichtsprachliche Funktionen nötig, wie die Exekutivfunktionen. Zu den Exekutivfunktionen zählen unter anderem Funktionen wie die Umstellungsfähigkeit, die Planungsfähigkeit oder der Perspektivwechsel, die ermöglichen, dass Themensprünge nachvollzogen und Gesprächsbeiträge strukturiert sowie für den Hörer nachvollziehbar formuliert werden können.

Studien haben gezeigt, dass Exekutivfunktionen bei Menschen mit einer Aphasie eingeschränkt sein können und es den Betroffenen dadurch schwerfällt, sich erfolgreich an Gesprächen zu beteiligen (u. a. Frankel et al., 2007). Zur Verbesserung der Gesprächsfähigkeit sollten demnach in der Aphasietherapie, neben sprachsystematischen Schwierigkeiten, auch Beeinträchtigungen der Exekutivfunktionen berücksichtig werden.

Im Seminar werden zunächst theoretische Grundlagen zu den Exekutivfunktionen vorgestellt. Im Anschluss werden neuropsychologische Testverfahren präsentiert und deren Einsatz in der Logopädie diskutiert. Ausgehend von neuropsychologischen Therapieverfahren werden daraufhin Möglichkeiten aufgezeigt, wie gestörte Exekutivfunktionen in die Aphasietherapie integriert werden können. Um die Teilnehmer*innen aktiv mit einzubinden und Möglichkeiten zum Ausprobieren zu geben, werden Übungen in Kleingruppen durchgeführt. Zudem gibt es Raum, um eigene Patient*innenbeispiele zu besprechen und zur Veranschaulichung werden verschiedene Videobeispiele gezeigt.

Dr. Lena Spitzer

/images/dozenten/Dr. Spitzer, Lena
Die Dozentin absolvierte von 2003 bis 2006 ihre Ausbildung an der staatlichen Berufsfachschule für Logopädie in München. Im Anschluss folgte das Studium der Logopädie an der HAWK Hildesheim, das sie 2011 mit dem Master abschloss. Parallel arbeitete sie seit 2007 in logopädischen Praxen und zuletzt im Aphasie-Zentrum in Vechta. Seit 2010 ist sie zudem als Lehrbeauftragte tätig. Derzeit promoviert sie an der RWTH in Aachen zum Thema „Exekutivfunktionen bei Aphasie“.